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Landesregierung stellt sich stur und riskiert noch mehr Schul-Abbrecher

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Berufseinstiegsbegleitung nach § 49 SGB III in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drs. 7/3301) erklärt Simone Oldenburg, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin:

„Die Landesregierung ist nicht bereit, so wie die Länder Bayern und Sachsen, in die Mitfinanzierung der Berufseinstiegsbegleitung einzusteigen und riskiert damit noch mehr Ausbildungsabbrüche und negative Prüfungsergebnisse. Statt die Berufsorientierung zu stärken, wird dieser ein wichtiges Element entzogen.

An der Bundesförderung haben in M-V seit 2009 mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Zurzeit sind 85 Schulen, darunter 12 Förderschulen,  beteiligt, in denen die Jugendlichen durch 40 Fachkräfte unterstützt werden.

Ohne Alternative ein wichtiges Angebot im Übergang von der Schule in den Beruf einfach fallen zu lassen, ist unverantwortlich, wenn man den Befund für unser Land kennt.“

Die Abbrecher-Quote unseres Bundeslandes ist laut Bundesbildungsbericht 2018 nach Berlin und Sachsen-Anhalt bundesweit die dritthöchste und gegenüber 2014/2015 wieder gestiegen. Fast jeder 10. Schüler erreicht die Mindeststandards im Lesen nicht. Dieser Anteil nahm ebenfalls deutlich zu und liegt mit 8,6 Prozent über dem Wert des Jahres 2009 (6,5 Prozent).

Die Berufseinstiegsbegleitung, die seit 2009 von der Bundesagentur für Arbeit mit Millionenbeträgen auch in unserem Bundesland durchführt wird und 2020 enden soll, sei nach Einschätzung der Landesregierung ‚ein vergleichsweise kostenintensives und gleichzeitig wenig flexibles Instrument. Es lägen weder valide Erfolgsdaten …vor, noch bestehen derzeit nachhaltige Synergien mit den erfolgreichen Maßnahmen des Landes gegen den Schulabbruch.‘

 

Zum einen stellt sich die Frage, woraus die Erkenntnisse der Landesregierung resultieren, wenn es denn keine solide Datenlage gibt? Zum anderen muss man sich fragen, welche erfolgreichen Maßnahmen des Landes es gegen den Schulabbruch gibt? Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern viel zu wenig Maßnahmen, die Schulabbrüche verhindern. Wir brauchen jedes Instrument und können auf kein einziges verzichten.“