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Agenda 2030 für M-V!

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Entwicklung der Erwerbstätigkeit sowie der sozialversicherungspflichtigen, atypischen und prekären Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern“ (Drs. 7/3281) erklärt Henning Foerster, der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion:

„Mehr Frauen und Männer arbeiten wieder außerhalb des Landes, der Zuwachs an Beschäftigung geht vor allem auf Teilzeitbeschäftigung zurück und die Beschäftigung insgesamt wächst nur sehr schwach. Das sollte für die Landesregierung Anlass genug sein, sich tiefgründiger mit der Entwicklung und den Potenzialen unseres Landes auseinanderzusetzen, um M-V zukunftsfähig zu machen. Wir brauchen eine Agenda 2030 für unser Land.

Seit dem Jahr 2009 ist die Zahl der Erwerbstätigen in M-V nach Angaben der Landesregierung lediglich um 4.300 Personen (+0,6 Prozent) gestiegen und liegt damit bei den ostdeutschen Flächenländern lediglich vor Sachsen-Anhalt, wo sogar ein Rückgang der Erwerbstätigenzahl zu verzeichnen ist. Bundesweit stieg die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 9,6 Prozent.

Dabei ist die Zahl der Einpendlerinnen und Einpendler nach M-V sowohl insgesamt (+9.220) als auch bei Frauen und Männern sowohl in Vollzeit-  als auch in Teilzeitbeschäftigung gestiegen.

Die Zahl der Auspendlerinnen und Auspendler aus unserem Bundesland war nach 2009 rückläufig, stieg aber seit 2015 wieder an und erreicht mit 75.581 inzwischen annähernd den Wert des Jahres 2009. Gegenüber dem Jahr 2003, als noch 67.722 Frauen und Männer das Land verließen, um außerhalb von M-V Arbeit zu finden, nahm die Zahl der Auspendlerinnen und Auspendler jedoch deutlich zu. Im Saldo gehen dem Land aktuell somit mehr als 43.000 Arbeitskräfte verloren.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg in M-V seit 2009 um 8,6 Prozent auf 574.586, hat aber das Niveau des Jahres 2000 noch nicht wieder erreicht, als es 586.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im Land gab. Der Anstieg der letzten Jahre ist zudem vor allem auf die Zunahme von Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen, die von 106.118 auf 171.652 Beschäftigte (+61,75 Prozent) stieg. Die Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse nahmen um mehr als 10.000  (-2,55 Prozent) ab.

Auch mit Blick auf die Beratungen zum nächsten Doppelhaushalt fordert meine Fraktion die Landesregierung auf, dem Landtag eine Wirtschafts- und Arbeitsstellenanalyse und -prognose sowie eine konkrete Strategie für die Ausrichtung ihrer Politik, also eine Agenda 2030 für M-V, vorzulegen.“